Pfettenbeschichtung: Schwarzstahl, verzinkt Z275, Magnelis (ZM) oder Aluzinc?

Wie sich die vier Werkstoffoptionen für kaltprofilierte Pfetten unterscheiden – Güten, Auflagengewicht, Verhalten an Schnittkanten und typische Beanspruchung – und wie man sie richtig spezifiziert.

Aktualisiert am 16. Oktober 2026

Kaltprofilierte Pfetten entstehen aus Stahlband, das entweder unbeschichtet („Schwarzstahl“) oder vor dem Profilieren metallisch beschichtet ist – in kontinuierlichen Schmelztauchanlagen nach EN 10346. Die Beschichtung ist Teil des Bandes; die Wahl muss also bei der Bestellung fallen und lässt sich nach dem Profilieren nicht mehr ändern.

Werkstoffoptionen, die wir profilieren (Güte = Mindeststreckgrenze in MPa)
OptionGütenBeschichtungNorm
SchwarzstahlS235, S355, S420, S450, S500Keine – Lackierung oder Grundierung auf der Baustelle oder beim Verarbeiter—
BandverzinktS350GD, S420GDZ275: Zink, 275 g/m² gesamt auf beiden SeitenEN 10346
Magnelis (ZM)S350GD, S420GD, S450GDZM310 / ZM350: Zink–Aluminium–Magnesium, 310 oder 350 g/m² gesamtEN 10346
Aluzinc (AZ)Je nach AuftragAluminium-Zink-Legierungsüberzug (55 % Al)EN 10346

Die Zahl nach Z oder ZM ist das Mindestauflagengewicht beider Seiten zusammen in g/m². Bei Z275 entspricht das rund 20 µm Zink je Seite.

Schwarzstahl (unbeschichtet)

Unbeschichtetes Band bietet die größte Güteauswahl bis S500 und die niedrigsten Materialkosten. Es hat keinen eigenen Korrosionsschutz und wird daher eingesetzt, wenn die Bauteile nach dem Profilieren lackiert oder grundiert werden oder trocken im Innenbereich bleiben und die Spezifikation dies zulässt. Beim Vergleich mit vorbeschichteten Optionen Kosten und Zeit für die Beschichtung einrechnen.

Bandverzinkt Z275

Z275 ist in Europa die gängigste Pfettenspezifikation. Die Zinkschicht schützt den Stahl als Barriere und dort, wo geschnitten oder verkratzt wird, kathodisch: Zink korrodiert bevorzugt vor dem Stahl, sodass dünne Schnittkanten und Stanzlöcher in normaler Atmosphäre geschützt sind. Für geschlossene Industrie- und Gewerbebauten ist Z275 eine solide Standardwahl.

Magnelis (ZM): Zink–Aluminium–Magnesium

ZM-Überzüge enthalten zusätzlich Aluminium und Magnesium im Zinkbad. Die Beschichtungshersteller berichten von deutlich besserer Korrosionsbeständigkeit als reines Zink bei ähnlichem Auflagengewicht, auch an Schnittkanten, und von besserem Verhalten in ammoniak- und chloridhaltiger Luft. Deshalb wird ZM häufig für landwirtschaftliche Gebäude, Küstenstandorte und andere aggressive Umgebungen spezifiziert, auch in höheren Festigkeiten bis S450GD.

Aluzinc (AZ): Aluminium–Zink

Aluzinc ist ein Aluminium-Zink-Überzug mit rund 55 % Aluminium. Das Aluminium bildet eine dauerhafte Barriere und bringt gute Hitzebeständigkeit und Reflexion; der Zinkanteil wirkt teilweise kathodisch, an Schnittkanten aber in der Regel weniger als ein Zink- oder ZM-Überzug. Gewählt wird es, wenn Optik oder Wärmeverhalten zählen oder das Verkleidungssystem in AZ ausgeschrieben ist.

Auswahl nach Beanspruchung – ein Ausgangspunkt

BeanspruchungTypische Wahl
Trockene, beheizte InnenräumeSchwarzstahl lackiert oder Z275
Geschlossene Industrie- und LogistikhallenZ275
Offene Hallen, hohe Luftfeuchte, Dächer mit PhotovoltaikZ275 oder ZM
Tierhaltung (Ammoniak), Küstenstandorte, TausalzeZM
Passend zu AZ-Verkleidung oder für WärmereflexionAluzinc

Auf der Baustelle: Schneiden, Bohren und Schweißen beschichteter Profile

  • Bauteile möglichst auf Länge geschnitten und gelocht im Werk bestellen, damit auf der Baustelle weniger Kanten entstehen.
  • Bohrspäne noch am selben Tag von beschichteten Flächen entfernen; liegen sie dort, rosten sie und verfärben die Beschichtung.
  • Beim Schweißen verbrennt die Beschichtung um die Naht und es entstehen Zinkdämpfe – für Lüftung sorgen und die Stelle anschließend mit zinkreicher Farbe ausbessern.
  • Verbindungsmittel mit einem zur Beschichtung und Beanspruchung passenden Korrosionsschutz verwenden.

So schreiben Sie es in die Bestellung

Güte und Beschichtung immer zusammen angeben, zum Beispiel Z 200×60×15×2, S350GD+Z275 oder Sigma 300×80×17×2,5, S420GD+ZM310. Bei Schwarzstahl nur die Güte nennen (z. B. S355). Senden Sie die Angaben mit Längen, Mengen und Lochbildern über das Anfrageformular; die Mindestmenge beträgt 5 t je Größe und Werkstoff. Wie Sie das Profil selbst wählen, erklärt der Ratgeber zu den Profilen.

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